Erklärung von Fachausdrücken

 

Discographie, Top Ten der deutschen Elvis Tonträger (Schellacks und Vinyl), Die Vinyl Legende

Top Ten der deutschen Elvis Tonträger (CDs), Erklärung von Fachausdrücken, Bewertung der  Schallplatten

 

Bestimmte Fachausdrücke, die bei jeder CD-/Plattenbesprechung auftauchen werden, sollen hier zum besseren Verständnis näher erläutert werden. 

Allgemeines

Eine Schallplatte ist eine runde, meist schwarze Scheibe, auf der Töne analog aufgezeichnet sind. Die Schallsignale sind in einer spiralförmigen, zum Mittelpunkt der Platte verlaufenden Rille gespeichert, die entsprechend der Amplitude des Schallsignals ausgelenkt ist. Üblicherweise wird sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite der Schallplatte aufgezeichnet. Am häufigsten sind die Formate Langspielplatte (auch LP genannt, engl. Long Play) und Single, auf der in der Regel pro Seite nur ein Musikstück aufgezeichnet ist.

LP - Long Play - Langspielplatte

Longplayer (LP): Durchmesser: 12" (ca. 30 cm); Mittelloch: 7 mm; Abspieldrehzahl: 331/3 min-1; Spieldauer bis ca. 40 min/Seite.

Single

Single (7"): Durchmesser: 7" (ca. 17,7 cm); Mittelloch: meistens ca. 38 mm, manchmal auch 7 mm; Abspieldrehzahl: meist 45 Umdrehungen je Minute (min-1), selten auch 33 min-1; Spieldauer (bei 45 min-1) ca. 4 min/Seite (ein Track/Seite).
Single (10") Durchmesser: 10" (ca. 25,4 cm); Mittelloch: 7 mm; Abspieldrehzahl: meist 45 min-1, selten auch 33 min-1. Das 10"-Singleformat wird nur noch sehr selten für neue Veröffentlichungen gewählt.
Maxi-Single (12"): Durchmesser: 12" (ca. 30 cm); Mittelloch: 7 mm; Abspieldrehzahl: 45 min-1; Spieldauer bis ca. 16 min/Seite (ein bis zwei Tracks/Seite). Dieses, als Maxi-Single entwickelte Format wird häufig auch für EPs verwendet.

Tri: = Triangle-Center (Stern/Mittelstück)

Der künftige Sammler sollte wissen, dass die frühen Original-Pressungen (1956-1960) der deutschen Elvis-Singles allesamt mit festem TRI (so wird es in der Regel abgekürzt) gefertigt wurden, bei späteren Ausgaben verzichtete man dann darauf. Platten mit herausgedrückten TRIs sind etwas weniger Wert. Anmerkung: Eine Single hatte in Deutschland und in den Staaten im Gegensatz zur LP immer schon ein großes Loch in der Mitte.

Charts: = Hitparaden. Die erste gedruckte Hitparade in den U.S.A. gab es in der 1895 in New York gegründeten Musikfachzeltschrift "Billboard " ab 20. Juli 1940, in Großbritannien im "New Musical Express" ab 14. November 1952.

Cover: = Schallplattenhülle.

Label: = Etikett

Shiny Label = Glanz Etikett

Pushmarks = Das sind drei um das Mittelloch verteilte Abdrücke der Mechanik, welche die Platten nach dem Pressvorgang vom Pressteller nahm. Es gibt nach meinen Informationen diese Pushmarks auf den ersten vier deutschen RCA Singles und das sogar bis hin zur s5 Pressung. Auch diverse deutsche EPs haben diese Pushmarks. Also für richtige Sammler ein sehr interessantes Gebiet.

Cover-Version: = Später als die Originalplatte produzierte Zweit- oder Drittversion eines Liedes.

Demo: = Abkürzung für Demonstrationsplatte oder -band, die an sich nicht zur Veröffentlichung bestimmt sind.

CI:  = Copyright Information

Copyright Information von der Single FA 6357 I Forgot To Remember To Forget/Mystery Train

RCA: = Radio Corporation of America.

Elvis offizielle Schallplattenfirma gepresst wurden die deutschen RCA Schallatten bei Teldec in Hamburg. Teldec hat wohl in der Hauptsache (wenn nicht sogar alles) in Nortorf Platten gepresst. Mehr ist mir nicht bekannt.

Foto von Nortorf aus dem deutschen Buch "Roll Over Beethoven" von Rüdiger Bloemeke

Outtakes: = Probeaufnahmen

BMG: = Bertelsmann Music Group
1986 kaufte Bertelsmann das US-Schallplattenlabel RCA. Ein Jahr später 1987, dass weltweite Musikgeschäft wird in der Bertelsmann Music Group (BMG) zusammengefasst.

GEMA: gegründet am 14. 1. 1903 als deutsche Urheberrechtsgesellschaft. Die Abkürzung bedeutet: Gesellschaft für Musikalische Aufführungs- und Mechanische Vervielfältigungsrechte. Seit 1947 in Berlin. Die GEMA ist, wie auch ASCAP und BMT, Mitglied der BIEM, der Dachorganisation für Musikrechte der ganzen (westlichen) Welt.

BIEM: Bureau International de 1' Edition Musicme'chanique.

BMI: Broadcast Music Tncorporated, USA seit 1941.

ASCAP:  American Societv of ComDosers. Authors and Publishers. USA seit 1914.

Leeds/RESCO: Leeds ist wie auch RESCO eine innerbetriebliche Buchführung für die Abrechnung an die Musikverlage.

Goldene: = In den U.S.A. wird einen Interpreten seit 1958 für eine Million verkaufter Singles oder bei Langspielplatten (LP) für eine Million Dollar Umsatz von der Recording Industry Association of America (RIAA) eine Goldene Schallplatte verliehen. Vor 1958 wurde einem Künstler die Goldene formlos verliehen; da viele kleinere Firmen nicht der RIAA angeschlossen waren, bekamen manche Interpreten trotz hoher Platten Umsätze oft keine Goldene oder erst sehr viel später.

Bei 2 Millionen verkaufter Singles oder 2 Millionen Dollar Umsatz (LP) wird eine Platinplatte verliehen. In anderen Ländern wird schon ab 10.000, 20.000, etc. die Goldene verliehen.

Die erste Platte, die auf der Welt "vergoldet" wurde, war "Vesti Ja Giubba" von "Enrico Caruso" im Jahre 1903.

Matrix-Nummer: = Jede Schallplattenfirma verwendet bei Aufnahmen so genannte Matrix-Nummern, also Bandnummern (Matrix = Matrize), mit denen man die Aufnahmen archivarisch erfasst und später leicht wieder finden kann. RCA benutzt folgendes achtteiliges System:

Beispiel: G2WB 0209 = Heartbreak Hotel. Der erste Buchstabe und die Zahl geben das Jahr der Aufnahme an, die nächsten beiden Buchstaben, in späteren Jahren ein Buchstabe und eine Zahl, identifizieren die Auf nähme als Studio- oder Filmaufnahme. Die nächsten vier Zahlen sind die fortlaufenden Nummern der Aufnahmesession. RCA änderte das System mehrmals.

1. 1955 (F2) bis 1962 (N2); die beiden ersten Buchstaben
2. 1963 (RP) bis 1974 (DP); bzw. Buchstabe und Zahl
3. 1955 bis Sept. 1957 (WB) 3. und 4. Buchstabe
4. 1958 bis 1960 (Aufnahmen aus anderen Studios erhielten die Bezeichnung PB, RCA-Studio-Aufnahmen blieben jedoch weiterhin WB).
5. 1961 bis 1962   (Aufnahmen aus anderen Studios weiterhin PB, RCA-Studio-Aufnahmen WW).6. ab 1963 (RCA-Aufnahmen wurden mit A4, Filmstudioaufnahmen mit A3 oder A1 und andere Aufnahmen, z. ß. Liveaufnahmen, mit A5 bezeichnet).

EP = Extended Play = Füllschrift, siehe hierzu auch die Rubrik Allgemeines über EP Singles.

Session: = Eine zeitlich begrenzte Zusammenkunft von Musikern, um eine oder mehrere Schallplattenaufnahmen zu machen. Elvis hielt seine Sessions ab 1960 meistens nachts ab.

Soundtrack: = Auf Platte veröffentlichte Musik aus einem Film oder einer Fernsehshow. Obwohl Elvis  Film-LPs immer den Untertitel „Original Soundtrack Recording" trugen, war gerade das fast immer falsch, da die veröffentlichten Lieder meist von dem im Film gesungenen Lied abwichen. Im Film sangen entweder andere Personen mit, es waren zusätzliche Instrumente hinzugefügt oder es war eine ganz andere Aufnahme.

Take: = Da man nicht immer beim ersten Versuch eine gute Aufnahme zustande bringt, wird so oft von vorne angefangen, bis das ganze "geklappt" hat. So kam Elvis oft bis auf  "40 Takes". Gelang einmal trotz mehrerer Anläufe überhaupt nichts, wurde aus den besten Passagen eine Endfassung zusammen geschnitten, z. B. bei "Are You Lonesome Tonight",Veröffentlich wurde der Song mit der Single 47-7810.

MFSL: = Mobile Fidelity Sound Lab

Mobile Fidelity Sound Lab ist seit der Firmengründung 1977 der unbestrittene Technologieführer im Bereich des audiophilen Remastering. Es ist das erklärte Ziel die Kunst der Aufnahmetechnik immer weiter voran zu treiben und stets nach der bestmöglichen Lösung zu suchen um eine naturgetreue Musikwiedergabe zu erreichen. Mobile Fidelity hat in den vergangen Jahren den Standard für die Qualität von Tonträgern gesetzt, an dem sich andere Messen lassen müssen. Hierbei steht immer der Ausdruck des musikalischen Werkes im Vordergrund und nicht die Technik. Es soll keine Effekthascherei betrieben werden, sondern die Musik „nur“ perfekt zur Geltung kommen.

In den vergangen Jahren hat Mobile Fidelity eine Vielzahl von Innovationen präsentiert die heute noch Bedeutung haben.


Bereits im Gründungsjahr 1977 entwickelte man den Prozess des

Half-Speed Mastering,

der heute bei fast allen hochwertigen Vinyl Produktionen zum guten Ton gehört.
Im Jahre 1979 erschien das legendäre Pink Floyd Album „Dark Side of the Moon“ als Ultra High Quality Record. Noch heute erzielt diese Aufnahme bei Auktionen Liebhaberpreise und klingt weiterhin besser als selbst die modernsten SACD Ausgaben dieses Titels.
Im Jahre 1984 erschien die erste Original Mastering CD mit dem Sonny Rollins Titel „Way out West“. Zum ersten Mal wurde ein Master Band digital überarbeitet.
Die Ära der Gold CD wurde 1987 mit der ersten ULTRADISC CD eingeläutet, bis dato hatte noch niemand mit Gold als Reflexionsmaterial gearbeitet und somit waren die positiven klanglichen Eigenschaften einfach noch nicht bekannt.
Das erste GAIN System zum Mastering wird 1993 eingeführt und sollte sich in den nächsten Jahren sowohl für analoge als auch digitale Aufnahmen durchsetzen.
Die ersten 200g MFSL LPs kommen im Jahr 1994 an die Verkaufstheken. Es wird Virgin Vinyl verwendet und mit Half Speed geschnitten und GAIN gemastert.
Das neue GAIN 2 System wird im Jahre 1998 vorgestellt. Es basiert nicht mehr auf der altbekannten PCM Technik sondern verwendet DSD als digitales Datenformat und konvertiert nur für die CD Spur zurück auf PCM.
Die ersten Hybrid SACDs erscheinen im Jahr 2002. Sie sind mit dem neuen GAIN 2 verfahren gemastert. Das Erstlingswerk, Patricia Barbers „Café Blue“ gewinnt den Preis für die „Beste Aufnahme des Jahres“ im amerikanischen „Sound Stage“ Magazin.
Im Jahr 2004 erscheint neues Vinyl auf GAIN 2 gemastert als ULTRA ANALOG Aufnahme. Ebenfalls neu erscheinen die Ultradisc 24 Karat Gold CD-Rs.

OS = Opening-Show
DS =
Dinner-Show
CS = Closing-Show
MS = Midnight-Show
AS = Afternoon Show
ES = Evening Show
SB
= Soundboardmitschnitt

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