Elvis in Germany 1959
Chronik von Elvis Presleys Aufenthaltszeit
in Deutschland von 1. Oktober 1958 bis 2 März 1960
Elvis in Deutschland 1958, Elvis in Deutschland 1959, Elvis in Deutschland 1960,

Donnerstag 8. Januar 1959
Elvis wird 24 Jahre alt. Er feiert seinen Geburtstag im Familienkreis und empfängt zahllose Glückwünsche per Transatlantik-Telefon. Elvis wurde an diesem Tag auch von Dick Clark per Transatlantik-Telefon für die TV-Show "American Bandstand" interviewt.
Freitag 9. Januar 1959
Manager Parker schreibt Elvis in einem zweiseitigen Brief, dass die Dick Clarke-Show mit dem Telefoninterview sehr gut angekommen ist. Hauptgrund für den Brief aber sind Parkers Ideen für mehr Songaufnahmen während der Armeezeit. Er ermutigt Elvis, in seinem deutschen Domizil einfach arrangierte Songs nur mit Orgel- oder Klavierbegleitung und Bass aufzunehmen und hat auch schon Titel für die möglichen Alben: "Elvis Alone" oder "Elvis While Off Duty".
Montag 12. Januar 1959
Elvis hat die Nase voll, dass weibliche Fans seinen weißen BMW 507 mit Adressen und Telefonnummern beschmieren. Er macht sich eine Notiz, dass eine Umlackierung in Rot 420 DM kosten würde und er den Wagen in etwa sechs Tagen zurück hätte.

Der BMW 507 parkt in der Einfahrt von dem Hotel Grunewald

Elvis in Privat Kleidung, (nicht wie so oft in Army Kleidung) in der Einfahrt von dem Hotel Grunewald - sehr seltenes Motiv.
Dienstag 13. Januar 1959
Auf Parkers Anregung hin, zu Hause ein paar Songs aufzunehmen, lässt Elvis seine Leibwächter im "Musikhaus Arendt" in der Nauheimer Reinhardstr. 8 Preise für Aufnahmegeräte inklusive eines Tonbandgeräts einholen. Sie liegen bei 329 DM. Elvis favorisiert anfangs das neue Modell "195";der Firma Uher, kauft jedoch später ein Grundig „TE 32", das ihn wegen des soliden Körpers aus Holz auf Metallrahmen vom Klang her überzeugt.
Freitag 16. Januar 1959
In der Wartturm-Kaserne zu Friedberg findet eine Blutspendeaktion statt. Elvis und weitere 178 seiner Kameraden nehmen daran teil. Die Aktion wird von der Frankfurter Ärztin "Dr. med. Collischonn" unter der Schirmherrschaft des Bad Nauheimer Bürgermeisters "Fritz Geißler" durchgeführt.
Freitag
16. Januar 1959 - Bad Nauheims Bürgermeister Geißler, auch
Vorsitzender des DRK-Keisverbandes, lässt es sich nicht nehmen, dabei zu sein,
als Elvis 380 Kubikzentimeter Blut für das Deutsche Rote Kreuz spendete.
Die
anderen 178 GI´s, die auch an diesem Tag Blut spendeten, zogen
verständlicherweise nicht so viel Aufmerksamkeit auf sich.
Nachdem
die Fotos veröffentlicht worden waren, berichtete das Jugendmagazin "BRAVO",
Leser sich erkundigt hätten, wo sie das Blut von Elvis kaufen könnten, um
es in ihre Adern eigenen Adern injizieren zu lassen.
Die
Fans hatten viel Vergnügen an den Bildern, die von der Blutspende gemacht
wurden.
Blutspender
Elvis (hier zusammen mit George Mayers) hatte sich kaum erholt, als ihn die
charmanten roten Kreuz Schwestern um eine Unterschrift baten
Samstag 17. Januar 1959
Ab diesem Wochenende kümmert sich Elvis ernsthaft um die Anmietung eines Hauses in Bad Nauheim. Ihm ist das Benehmen seiner gelangweilten Leibwächter den älteren Kurgästen im Hotel Grunewald gegenüber inzwischen so peinlich geworden, dass ein Umzug unumgänglich scheint. Insgesamt 4 Objekte werden in die engere Wahl gezogen, und am Sonntag, dem 20.1., besichtigt Vater Vernon das Haus von Maria Pieper in der Goethestraße 14, für das man sich letztendlich auch entscheidet. Zwar ist die geforderte Miete von 3000 DM unverschämt, doch Frau Pieper weiß, wen sie vor sich hat, und Elvis gefällt das Haus, das ihm bis auf ein kleines Dachzimmer, in dem Frau Pieper wohnen bleibt, fast vollständig zur Verfügung steht.
Sonntag 18. Januar 1959
Auf Einladung des "Confidential Magazins" fährt Elvis zu einem Fototermin nach Frankfurt. Dort trifft er zum ersten Mal mit dem 18-jährigen Filmsternchen "Vera Tschechowa" zusammen. Mit ihr soll er auch für eine Wohltätigkeitsveranstaltung von "March of Dimes" bei der Familie "Marquette" zusammen mit deren an Kinderlähmung erkrankten 6 jährigen Sohn Robert für eine Reihe von Fotos zur Verfügung stehen. Dies ist bereits der zweite Termin.

Vor seiner letzten Beförderung hat es schon mal einen ersten "March of Dimes" Fototermin gegeben.

Auf einen hölzerne Schrankuhr schreibt Elvis den Sohn folgenden Spruch: "Halte die Zeit nicht an - fange lieber einen Augenblick ein und halte ihn fest". Meine besten Wünsche für dich - Dein Freund Elvis Presley 1959".
Elvis und Vera Tschechowa kommen sich rasch näher und noch an den gleichen Tag besuchen sie den Frankfurter Zoo. Im Exotarium werden beide von Fotoreportern überrascht. Der Zooleitung schreibt Elvis in ihr zum 100 jährigen Jubiläum auf das Foto einen jungen Orang-Utans: "That´s not E.P." ("Das bin nicht ich")

Elvis und Vera besuchen den Frankfurter Zoo.
Aus einem Frankfurter Studio stammen schöne Farbfotos mit Vera im hellblauem Rollkragenpulli von gleichen Tag.

Dienstag 20. Januar 1959
Elvis bestellt beim Musikhaus Arendt" Musikgeräte für insgesamt 1450 DM.
Donnerstag 22. Januar 1959
Elvis notiert in sein Telefonnotizbuch einen Kontakt zum Besitzer eines roten VW Käfers, der diesen unter der Telefonnummer 6139 für750 $ anbietet. Nach dem Umzug in die Goethestraße kauft Elvis dieses Fahrzeug.

Freitag 23. Januar 1959
Auf Einladung der "German-American Association" erscheint Elvis im "Pfälzer Hof" in Bad Hauheims Hauptstraße. Biese Gesellschaft ist das deutsche Gegenstück zur "March of Dimes"-Organisationf die auf Elvis Spendenfreudigkeit hofft. So bringt Elvis zahlreiche unterschriebene Souvenirs für die Tombola mit; unter anderem hat er seine Sekretärin Elisabeth gebeten, eine US-Army-Arbeitsjacke zu zerschneiden. Jeden einzelnen Stofffetzen unterschreibt Elvis und spendet ihn für den wohltätigen Zweck. Später am Abend signiert er noch dem Wirt des Restaurants eine Großpostkarte mit seinem Portrait: "Für Jean Paul -Dank von Elvis Presley. Es war ein Vergnügen und Ehre, am "March of Dimes"-Abendessen im Pfälzer Hof teilzunehmen - Bad Nauheim Januar 59 - E.P."
Samstag 24. Januar 1959
Vera Tschechowa besucht Elvis mit ihrer Freundin Carola Rasch im Hotel Grunewald. Nachmittags fährt man zu einem dritten Fototermin zur Familie "Marquette" nach Frankfurt. Diesmal trägt Elvis Zivil.

Screen Life - Amerikanische Filmzeitschrift vom Februar 1960.
Montag 26. Januar 1959
Elvis notiert in sein Telefonnoitzbuch: "Umzug in die Goethestraße am kommenden Wochenende - Samstag und Sonntag - Frau Pieper 3201."
Mittwoch 28. Januar 1959
Obwohl im Hotel Grunewald nicht immer alles glatt gegangen ist, und es an der Zeit ist sich nach einer anderen Bleibe umzusehen, ist das Verhältnis zwischen Elvis und Otto Schmidt gut geblieben.

Als Zeichen dafür lässt Elvis eine akustische Gitarre besorgen, auf die er zum Abschied folgende Widmung schreibt: "Lieber Mr. Schmidt - Danke für Ihre freundliche Aufnahme. - Bitte nehmen Sie dies als ein persönliches Geschenk und um die Erinnerung an die schönen Zeiten die wir in Ihrem Haus hatte wach zu halten. Ich schätze Ihr Einfühlvermögen und Ihre Freundschaft. Elvis & Vernon Presley." "Um die Geste nicht zu vergessen steht im Notizbuch: Gitarre - Mr. Schmidt! Widmung unterschrieben von Papa den Jungs und mir."
Dienstag 3. Februar 1959
Der Presley-Clan verlässt das "Hotel Grunewald" und bezieht sein künftiges Hauptquartier in der Goethestraße 14. Das Haus gehört Frau Maria Pieper, die im Dachgeschoss wohnen bleibt. Die Monatsmiete beträgt 3000 Mark. Den Pudel Cherry übergibt Elvis an Herrn "Otto Schmidt" vom Hotel Grunewald als Geschenk für dessen Köchin Reinhardt.


Das Haus in der Goethestraße 14. Hier wohnte der Presley-Clan vom 3. Februar 1959 bis 2. März 1960


Diese linke Aufnahme zeigt das Haus in der Goethestraße 14 Mitte der 60er Jahre. Das Foto rechts entstand Mitte der 70er. Bildquelle: Rüdiger Puls.

Rüdiger Puls Anfang der 60er Jahre vor dem Haus in der Goethestraße 14
Rückseite von
der Goethestraße 14
Einfach mit dem Mauszeiger auf das Foto klicken, es öffnet sich eine weitere Seite mit dem Foto in vergrößerter Darstellung.
Angelika Springauf
wohnte damals ganz in seiner Nähe der Goethestraße
14 und hatte das Glück, Elvis fast jeden Tag zu sehen oder mit
ihm zu sprechen.
Samstag 7. Februar 1959
Manager Parker braucht dringend Werbefotos von Elvis in Uniform die auf einem Rundgang durch Bad Nauheim gemacht werden. Es entstehen Fotos mit Schäferhund im Kurpark, mit Droschkenpferden an der Dankeskirche, auf der Fußgängerbrücke hinter Hilberts Park Hotel, auf einer Brücke hinter der Parkstraße und nicht zuletzt das berühmte Foto an der Burgpforte, dass wenig später auf die Single "A Big Hunk O´ Love" EPA-9673 kommt.
Elvis im Bad Nauheimer Park mit Schäferhund

Elvis auf der USA Brücke in Bad Nauheim. Der Weg wo über die Brücke führt, wurde 2005 „Elvis Presley Blvd.“ benannt

Am "Bad Nauheimer Burgtor" entstanden die Fotos für ein Single-Cover von Elvis. Der Titelsong "A Big Hunk O´ Love" EPA-9673 wurde ein weltweiter Nr. 1-Hit. Das Plattencover mit dem "Bad Nauheimer Burgtor" wurde millionenfach in aller Welt verbreitet. Aufgenommen wurde der Song am 10. Juni 1958 in den RCA Studios in Nashville, kurz vor Elvis Aufenthalt in Deutschland. Überarbeitet und veröffentlicht wurde die Single im Juni 1959.

Elvis vor der Dankeskirche an der Parkstrasse in Bad Nauheim

Die Brücke über die USA, ohne Elvis, ist die Parkstraße
Elvis besucht wieder in Frankfurt die "Holiday-on-Ice-Revue". Er trifft erst nach dem Dunkel werden in der Halle ein. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahme wird er von den Fans erkannt und stürmisch gefeiert.
Freitag. 13. Februar 1959
Als Elvis am Nachmittag nach Dienstschluss mit seinem Wagen die Kaserne verlässt, verursacht er einen Verkehrsstau. Die vielen Fans umjubeln ihn und blockieren die Straße. Die Autogrammjäger umlagern ihn fast eine Stunde lang.
März 1959
Elvis und Elisabeth Stefaniak seine Sekretärin auf dem Grundstück der Goethestraße 14.
Seltenes
Foto von Elvis und Elisabeth Stefaniak
Dienstag 3. März 1959
Die Familie der jungen Filmschauspielerin "Vera Tschechowa" empfängt Elvis in München. Im Januar 1959 lernt Elvis bereits die Schauspielerin "Vera Tschechowa" bei einem Publicity-Fototermin in Frankfurt kennen. Elvis verspricht Vera, sich mit ihr in den nächsten Wochen erneut zu treffen, und zwar in München, wo die Schauspielerin mit ihrer Familie wohnt.
Am frühen Vormittag treffen Elvis, Red West und Lamar Fike mit dem Fahrer "Joseph Wehrheim" in der bayrische Landeshauptstadt ein, um Vera in dem Haus ihrer Eltern in der "Freseniusstraße 40" in "Obermenzing" zu besuchen, wo Elvis und seine Freunde eine Nacht auch logieren wird. Als Elvis in der Straße gesehen wird , kommt es sofort zu einem Menschenauflauf, der nur mit polizeilicher Hilfe wieder gelöst werden kann. Elvis und seine Freunde bekommen bei den Tschechowas ein Frühstück.
Elvis und Vera besuchen noch am Vormittag die Bavaria Filmstudios, wo Elvis seinen amerikanischen Schauspieler Kollegen "Jerome Courtland" trifft, der gerade an der US-Filmproduktion "Die Wikinger" arbeitet. In der Bavaria-Kantine nehmen Elvis und Vera ein Mittagessen ein.
Elvis, Vera,
Lutz Hengst (Herstellungsleiter) und Jerome Courtland auf dem
Firmengelände der Bavaria Filmstudios.Quelle: LBFWE
Elvis und
Vera in den Bavaria Filmstudios.
Quelle: Privatarchiv Manfred Wolfsberger
Foto: Keystone
Am Nachmittag besucht Elvis erst die "McCraw-Kaserne" in München und unternimmt dann anschließend mit Vera, Red West und Lamar Fike noch eine Bootsfahrt auf dem Starnberger See.
Also, doch, nun gibt es Beweise, dass Elvis 1959 in München auch die "McCraw-Kaserne" besuchte. Ich habe von einer Münchnerin die jetzt in in Amerika lebt folgende Mail erhalten: Hello Mr. Wolfsberger, ich bin Münchnerin, Lebe in America, schon sehr lang. Ich habe den Elvis in München kennen gelernt. Er kam zu der "McCraw-Kaserne", wo mein Freund arbeitete, Er war, Military M.P. mein Freund hat mir gesagt, er kommt, so bin ich hin. Da waren so viele Soldaten um Ihn herum, das ich fast kein Bild aufnehmen konnte. Ich habe von Elvis, 3 Bilder, aber eines, ist von Ihm, und mein Mann, ist auf dem Bild, und sein Autograph, das er hier bekommen hat. Mein Mann, wie er nach America kam, ging zur Polizei, und Elvis war zweimal, hier in Charlotte. Mein Mann hat auf Ihn aufgepasst. Ich habe so einige Sachen bekommen. Ich habe zwei Plastik Gläser von Ihm, wo er daraus getrunken hat . Viele Grüsse Helen...........Tolle Geschichte, bisher war nämlich nicht bekannt, dass Elvis in München auch die „McGraw-Kaserne“ besuchte!!!
Das Foto zeigt Elvis in der
McGraw-Kaserne in München
Vera und
Elvis im Elektroboot auf dem Starnberger See.
Privatarchiv Manfred Wolfsberger

Zu Dutzenden
umringt Starnbergs Jugend den amerikanischen Schlagersänger Elvis Presley. Neben
ihm Vera Tschechowa die Enkelin von Olga
Tschechowa. Starnberger Merkur, 5. März 1959.
"
Am Abend besucht Elvis im Theater "Unter den Arkaden" das Bühnenstück, in dem Vera zur Zeit mitspielt, es heißt "Der Verführer". Es hatten sich auch schon einige Autogrammjäger vor dem Theater eingefunden. Die Vorstellung beginnt um 20:15 Uhr. Elvis mietet dazu kurzerhand das gesamte Gebäude und sitz zusammen mit seinen Freunden alleine im Zuschauerraum.
Dieses Theater, befand sich im Keller der Maximilianstraße 44 heute Nummer 8. Als sie das Theater verließen, waren erneut von Autogrammjägern umgeben. Nach der Vorstellung gehen Vera und Elvis, in die "Eve Bar" (Nachtclub) am Karolinenplatz 2a das weinige Schritte vom Amerika Haus entfernt ist.
Elvis
und Vera Tschechowa beim Betreten der Eve Bar.
Am Ende dieses langen Tages kehrten Elvis und seine Begleiter in die "Freseniusstraße 40" zurück und verbrachten ihre erste Nacht in München bei den Tschechowas.
Elvis und
Vera vor dem Haus in der Freseniusstraße 40
Privatarchiv Manfred Wolfsberger
Mittwoch 4. März 1959
Nach dem Frühstück bei den Tschechowas zog Elvis mit seinen Freunden in das nur wenigen Gehminuten entfernte Hotel "Edelweiss". Ada Tschechowa hatte auf dem Umzug bestanden, da die Übernachtungssituation im Haus untragbar sei. Elvis trug sich auch in das Gästebuch ein. Leider wurde der Eintrag vor einigen Jahren gestohlen. Quelle: Aus "The Ultimate Elvis in Munich Book" von Andreas Roth.
Am Nachmittag sieht sich Elvis mit Vera zusammen im Kino zwei Filme an, in denen sie mitgewirkt hat Der Arzt von Stalingrad und Noch minderjährig Vera übersetzt dabei für Elvis die Dialoge.
München;
Karlsplatz Stachus Juli 1959. Privatarchiv
Manfred Wolfsberger.
Elvis gibt in dem kleinen Kino das vermutlich in der Schwanthalerstraße oder in der Schützenstraße war Frau "Lotte Holetz" von der "Münchner Abendzeitung" ein Interview, welches am kommenden Tag in der lokalen Presse abgedruckt wird. Elvis erzählte unter anderem, dass er an diesem Tag ursprünglich nach "Garmisch" fahren wollte, doch leider wurde nichts daraus. Nach der Kinovorführung wurde Vera dann von Elvis zum Theater gebracht.
Elvis,
Vera, Walter Brandin und seine Frau Elisabeth im Moulin Rouge. Privatarchiv
Manfred Wolfsberger. In den 80er
Jahren wird aus der Stripteasebar das legendäre „Sugar Shack“, heute ist
dort der Club Mia zuhause.
Nach Veras allabendlicher Theatervorstellung fahren Elvis, Vera und Elvis Begleiter in Münchens Innenstadt, um sich im "Moulin Rouge", dem Münchner Nachtclub, im Besitz eines ehemaligen Army-Sergeants, mit Toni Netzle, einem Freund von Vera und PR-Manager von Polydor Schallplatten, und dem Songwriter-Ehepaar Walter und Elisabeth Brandin zu treffen. Doch am Rathausplatz steigt Elvis aus Versehen vorzeitig aus, worauf es wiederum zu einem Menschenauflauf kommt. Das "Moulin Rouge" befindet sich im 1. Stock der Herzogspitalstraße 6 (heute Gaststätte "Zum Alten Augustiner").
Elvis verbringt dort mit seinen Freunden, Vera und ihrer Mutter die ganze Nacht, bis um 4 Uhr des nächsten morgens. Elvis Leibwächter haben ein strenges Augenmerk auf ihn gerichtet und überwachen ihn rund um die Uhr sehr penibel. selbst ein Toilettengang wird Elvis nicht selbstständig gewährt. Während der Vorstellung singt Elvis einige Lieder mit und klopft dabei den Rhythmus auf den Tisch, was ihm von seinen Bodyguards ebenfalls verboten wird.
Inge Brandenstein, einst Bardame im "Moulin Rouge", erinnert sich. Er kam natürlich wegen der Striptease-Show. Um halb eins und um drei gab's die ,Wäschemodenschau‘, da haben die Mädchen Nylonwäsche vorgeführt. Dafür war das "Moulin Rouge" berühmt. Was Nachtlokale betraf, war München damals viel besser als Frankfurt, wo Elvis in der Nähe stationiert war. Das muss für ihn ein ziemlich öder Ort gewesen sein. Kein Wunder, dass er immer wieder nach München gefahren ist. Das komplette Interview findet Ihr hier.
An
diesem Abend macht der Fotograf "Rudolf Paulini" eine Serie von Fotos,
auf denen Elvis mit verschiedenen Personen, Besuchern und Angestellten des
Nachtclubs posiert. diese Fotos werden 1978 in dem Buch "Private Elvis"
von diego Cortez (ISBN 3-88361-101-8) veröffentlicht.

Münchner Abendzeitung vom 4. März 1959.
Donnerstag 5. März 1959
Nach einer langen Nacht im "Moulin Rouge" kam Elvis zu einem letzten Frühstück in die "Freseniusstraße 40" Nach dem Frühstück verabschiedete sich Elvis von Vera. Obwohl Elvis später noch zu einer weiteren Reise nach München kam, sollten sich die beiden nie mehr sehen.

Münchner Abendzeitung (Zeitungsausschnitt) vom 5. März 1959. Elvis gab am vorhergehenden Tag (4. März 1959) ein Interview in der Münchner Abendzeitung, dass bereits am 5. März 1959 von der Münchner Abendzeitung dann veröffentlicht wurde.
Elvis verbrachte noch eine weitere Nacht im "Moulin Rouge". Wieder machte "Rudolf Paulini" Fotos vom prominentesten Besucher des Münchner Nachtlebens.
Münchner
Merkur (Zeitungsausschnitt) 5. März 1959. Der Text unter
dem Foto lautet: ELVIS PRESLEY, amerikanischer Schlagersänger und "Wackelpudding",
zur Zeit als Soldat (mit offensichtlich nicht zu schwerem Dienst) in Bad
Nauheim, kam zu einem Besuch nach Geiselgasteig, Filmsternchen Vera Tschechowa
ließ es sich von keiner Konkurrentin nehmen, dass Teenager-Idol überall zu
begleiten.
Freitag 6. März 1959
Elvis verlässt München, um nach Bad Nauheim zurückzukehren. Wenige Wochen später wird er jedoch München erneut einen Besuch abstatten.
Cover "Let´s Be Fiends With Elvis". Bereits 1993 beschäftigte sich der in
München ansässige Elvis Fan Club "Let´s Be Fiends With Elvis" sehr
ausführlich mit dem Thema Elvis in München. Der Club hatte ein sehr schönes
handgemachtes Elvis Magazin. Der Club existiert heute nicht
mehr.
Am 8. April 1995 veranstaltete der Fan Club "Let´s Be Fiends With Elvis" eine Elvis-Convention in München im Bürgerhaus Unterschleißheim. Folgende Ehrengäste waren anwesend: John Wilkinson und Charlie Hodge (USA) . Claus-Kurt Ilge (Bad Nauheim). Eines der Highlights war die Stadttour "Elvis in München".
Sonderausgabe
für die Convention
Elvis und Vera auf der Titelseite der "Funk und Fernseh Illustrierten".

Extrem seltene Zeitschrift „Funk- und Fernseh-Illustrierte“ von März 1959, viel seltener als die Bravo und auch größer, mit Elvis und Vera Tschechowa auf dem Titelbild. Innen zweiseitiger Fotobericht über Elvis in Frankfurt während seiner Dienstzeit in Deutschland - Besuch bei der Familie Marquette und ihren behinderten Sohn Robert, Fahrt im geliehenen Taxi mit Vera. Ausgabe Nr. 9/s 1.3.. -7.3.1959. Verlagsort Stuttgart. Privatarchiv Manfred Wolfsberger
Samstag 7. März 1959
Elvis kehrt nach Bad Nauheim zurück. Abends trifft man sich zu einer geselligen Runde in der Goethestraße 14


Sonntag 15. März 1959
Elvis' Manager "Colonel Tom Parker" kündigt in einer Pressekonferenz in den USA eine große Willkommensparty für seinen Schützling an, wenn dieser nach Ablauf des Jahres aus der Armee entlassen wird. Die Party soll in Memphis stattfinden.
Donnerstag 26. März 1959
Ein schwarzer Tag für Elvis. Sein Vater Vernon ist zusammen mit der Sekretärin Elisabeth Stefaniak auf der Autobahn in der Nähe von Bad Nauheim verunglückt. Sie kamen von einer Einkaufsfahrt in Frankfurt. Die beiden Insassen kamen mit Prellungen und leichten Verletzungen davon, Elisabeth muss vorübergehend ins Bad Nauheimer Hochwald-Krankenhaus eingeliefert werden. Der Schaden am Wagen beläuft sich auf 15.000,- DM, was zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Vater und Sohn Presley führt.
Freitag 27. März 1959
Elvis feiert in der Gaststätte "Sportheim" in Bad Nauheim sein "Bergfest", das heißt die Hälfte seiner Dienstzeit ist um.
April 1959
Friedberg 1959

Mittwoch 1 April 1959
Elvis mietet beim "Musikhaus Kühlwetter" in Gießen ein Klavier. Bei seinem Besuch dort schreibt er dem Besitzer folgende Widmung auf seine braune "Isana- Gitarre": To Musikhaus Kühlwetter - All the best form Elvis Presley." Elvis lässt das Instrument in Wohnzimmer in der Goethestraße 14 aufstellen und begleitet sich darauf bei allen Songs die er mit dm Tonbandgerät "TK 32" aufnimmt. Ab sofort ist das Wohnzimmer als "Studio G" (G = Goethestraße) bekannt.
Donnerstag 2 April 1959
Zwei Redakteurinnen des englischen Magazins "Mirabelle" erklärt Elvis in einem Interview, dass er die altmodische Küche von zu Hause vermisse, mit seinen Armeekameraden viel Spaß habe, nach Dienstschluss viel zu erschöpft für ein Rendezvous sei, gern mit seinem BMW 507 eine Spritztour mache, mit Freunden am Wochenende Rock´n´Roll Musik spiele, und hoffe, 1961 die weißen Felsen von Dover wieder zu sehen. (Er hatte sie zum ersten Mal am 1.10.1958 an Bord der "USS Randall" bei der Fahrt durch den Ärmelkanal gesehen).
Sonntag 12. April 1959
Anlässlich des 18 jährigen Bestehens der 3rd Armoured Division "Spearhead" findet in den Ray Barracks ein "Tag der offenen Tür" statt, bei dem Elvis natürlich im Mittelpunkt steht.
Tag
der offenen Tür in der Kaserne in Friedberg.
Elvis gibt beim Tag der Offenen Tür der 3rd Armored Divion in den Ray Barracks in Friedberg jungen Besuchern Autogramme.

Montag 13. April 1959
Von diesem Tag datiert ein gedruckter Musterbrief mit Briefkopf "From Elvis Aron Presley U.S. Army Friedberg Germany" an Fans aller Welt in dem Elvis sich für die Unterstützung bedankt und um Verständnis dafür bittet, wenn ihm die Dienstzeit nicht gestattet auf allen Fragen und Bitten unverzüglich einzugehen.
Dienstag 14. April 1959
Zehn Mann einer amerikanischen Einheit aus Friedberg, zu der auch Elvis gehört, werden nach Steinfurth bei Bad Nauheim abkommandiert. Das bei der Kirche stehende Gefallenen-Ehrenmal wird abmontiert und zum Friedhof transportiert, wo es neu aufgebaut wird. Elvis ist mit von der Partie und erntet viel Anerkennung im Dorf.
Elvis
in Steinfurth am 14.04.1959 um 09:30 Uhr. Dieses Foto zeigt den Stadtkern mit
der Kirche wo das Kriegerdenkmal abgebaut wurde.
Am 14.04.1959 hilft Elvis beim Ab- und Aufbau des Kriegerdenkmals in Steinfurth. Diese beiden Bilder entstanden auf den Friedhof, wo das Kriegerdenkmal wieder aufgebaut wurde


Freitag 17. April 1959
Die Bravo Nr. 16 erscheint. Bravo für die Woche vom 17.04.1959 - 23.04.1959.

Sonntag 19. April 1959
Rosemarie Kiel aus Detmold ist mit zwei weiteren Mädchen "bei Elvis zum Tee eingeladen". So jedenfalls läutet der Titel eines Preisausschreibens der "Star-Revue" vom Dezember 1958, das die drei Damen gewonnen haben. Unter Begleitung von Korrespondentin Eva Windmöller die Elvis zuletzt in Bremerhaven gesehen hatte, sitzen alle auf dem Sofa und lassen sich von Elvis guter Laune anstecken. Als er versucht, ein paar deutsche Wortbrocken einzustreuen, müssen seine Gäste lachen, was er ihnen aber nicht übel nimmt. Elvis erzählt von seiner Jugend und dass er gern Kirchenlieder gesungen habe, lässt sie einen Blick in seinen übervollen Schrank mit unerledigter Fanpost werfen, spricht über Zukunftspläne und seine heimlichen Kinobesuche, die er immer vorzeitig beenden muss, um unerkannt zu bleiben. Tee gibt es aber nicht, stattdessen Pepsi-Gola von der eine Flasche auf Elvis Hose landet, als Rosemarie zu Elvis heranrücken will, der ihr ein Autogramm mit Widmung schreiben möchte. Rosemarie schämt sich fürchterlich, aber Elvis übergeht das Missgeschick mit einem lächeln.

Mittwoch 29. April 1959
Elvis hat davon gehört, dass die Filmgesellschaft Paramount, die mit ihm
seinen ersten film nach der Armeezeit drehen will, nach Deutschland gekommen
ist, um Randszenen für G. I. Blues zu drehen. So
wollen sie auch typisch deutsches Konzertpublikum vor und während:
Schlagerkonzerten filmen.
In der Gruga-Halle in Essen ist für den 29.:4. eine Probe für die Verleihung des
"Goldenen Löwen" von Radio Luxemburg am 30.4. angesetzt Kurzerhand
beschließt Elvis als Dienstgrad mit einiger Entscheidungsbefugnis einen
Abstecher in die Ruhrgebietsmetropole zu machen und ein Blick auf die
Dreharbeiten zu werfen. Also fährt er mit seinem Fahrer "Lloyd Carlin" in
Arbeitsuniform zur Halle.

Dort unterschreibt Elvis der jungen Margret die gerade eine Eintrittskarte im Vorverkauf erstanden hat, die Karte zusammen mit seinem Fahrer und Orchesterchef "Max Greger" den Elvis aus der Garderobe holen lässt: "Essen 4-29-59 "Just over the hump ("Soeben Bergfest gehabt"). Thanks Elvis Presley." Ein weiterer Konzertbesucher nimmt eine Polydor Autogrammkarte mit zwei Elvis Unterschriften und einer von "Max Greger" mit nach Hause.
Montag 4. Mai 1959
Red West muss Deutschland vorzeitig verlassen, weil er für negative Schlagzeilen gesorgt hat. Elvis ist um sein eigenes Image besorgt und bucht seinen Rückflug. Als Ersatz Leibwächter ist zunächst "Alan Fortas" vorgesehen, doch der zieht sein Angebot zurück, weil Red West ihn wegen angeblicher Einschränkungen im alltäglichen Leben gewarnt hat.
Sonntag 17. Mai 1959
Der Luftwaffensoldat Currie Grant ist in Wiesbaden-Schierstein stationiert. Er ist gleichzeitig Manager des Eagle's Club in Wiesbaden. Elvis lernt ihn dort kennen und freundet sich mit ihm an.
Juni 1959
Elvis posiert im BMW 507 in der Goethestraße 14, in Bad Nauheim

Juni 1959
Diese Aufnahme von Minnie Mae und Frau Maria Pieper machte Elvis selbst. Später wurde das Bild von Foto Boelke handkoloriert.

1. Juni 1959
Elvis wird zum "Specialist 4th Class" befördert, was einem Unteroffiziersrang entspricht. Er ist sehr stolz darauf, aber nicht nur, weil sich nun sein Sold auf 122,30 US-Dollar erhöht.
Mittwoch 3. Juni 1959
Wegen einer Mandelentzündung wird Elvis ins 97. General-Hospital in Frankfurt eingeliefert. Er bleibt dort bis zum 12.6.1959 in Behandlung.
Freitag 12. Juni 1959
Am 12. Juni reserviert Elvis ein ganzes Zugabteil und fährt darin mit Charle Hodge, Rex Mansfield, Lamar Fike (Red West war in die USA zurückgereist) von Frankfurt aus nach München. sie wohnen im Hotel Bayrischer Hof am Promenadenplatz 2-6. Elvis ist mit seinen Freunden nun jeden Abend bis in die frühen Morgenstunden im "Moulin Rouge", in einem extra reservierten Separee.
Samstag 13. Juni 1959
An diesem Abend bekommt Rex Mansfield Ärger mit einem Gast, und es kommt zu Handgreiflichkeiten, in die sich auch Elvis persönlich einmischt. der Geschäftsführer entschuldigt sich mehrfach bei Elvis und lässt den Störenfried aus dem Lokal entfernen.
Sonntag 14. Juni 1959
Nachdem sie gegen 4. Uhr morgens in ihr Hotel zurückgekehrt waren und einige Stunden geschlafen hatten, sahen sich Rex und Lamar Fike München, insbesondere das Hofbräuhaus am "Platzl" ein wenig an. Abends besuchten sie dann mit Elvis zum letzten Mal das "Moulin Rouge" Laut Abendzeitung gab eine Tänzerin extra zu Ehren von Elvis eine Tanzeinlage, bei der sie nichts anhatte, außer.... einer Elvis Schallplatte. Wie in der Nacht zuvor, blieb man noch bis in den frühen Morgenstunden, um dann in Hotel zurückzukehren, zu packen und den Zug nach Paris zu nehmen.
Montag 15. Juni 1959
Am 15 Juni reist Elvis mit seinen Freunden nach Paris weiter. Kurz vor der Abreise nach Paris entsteht noch ein Interview, welches Elvis in seinem Hotelzimmer Frau "Hannelore Krab" gibt. Nachstehend der Link zum Interview Interview Juni 1959
Das
Interview befindet sich auch auf der Schallfolie.
Gerade die Tatsache, das Elvis zweimal die gleiche Stadt besuchte (was für ihn sehr ungewöhnlich war), zeigt, wie Elvis München und dessen Nachtleben mochte. deshalb gehören diese wenigen Tage in München zweifelsohne zu den bemerkenswerten Stationen während Elvis Militärzeit in Deutschland.
Dienstag 16. Juni 1959
Freddie Bienstock und Jean Aberbach von Bill & Range-Musikverlag aus New York begrüßen Elvis auf eienm der Bahnsteige des Pariser Ostbahnhofs. Freddie besteht auf einer Besichtigungsfahrt zu den berühmtesten Punkten der Stadt, und so erleben sie Notre Dame und Sacre Coeur bei Sonnenaufgang.
Freddie hat für Elvis & Co. Suiten im „Hotel "Prince de Galles" unweit der Champs Elysees gemietet. Nach dem Auspacken der Koffer geht es zum Spaziergang auf der Prachtstraße. Elvis trägt stolz seine elegante, helle Sommer-Ausgehuniform und lässt sich entspannt fotografieren und um Autogramme bitten.

Von einem schwarzen Schuhputzer lässt er sich die Schuhe pflegen und ist guter Dinge, weil es nur zu einem überschaubaren Menschenauflauf seinetwegen kommt. Als sie wieder zum Hotel zurückkehren, drückt Elvis "seinen Jungens" je 100 Dollar in die Hand mit den Worten: "Das ist nur für Trinkgelder. Und seid nicht kleinlich. Wir wollen einen guten Eindruck machen. Ich komme für die Rechnungen auf." Diese Szene wiederholt sich in Paris täglich.
Mittwoch 17. Juni 1959
Für 17.30 Uhr hat Freddie Bienstock in einem der Aufenthaltsräume des Hotels zu einer Pressekonferenz geladen. Besonders der aus kleinstädtischen Verhältnissen stammende "Rex Mansfield" ist beeindruckt und hat das Gefühl, als ginge es um den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Elvis, der ausnahmsweise im schwarzen Anzug mit silbergrauer Krawatte erscheint, gesteht den Reportern, dass er das Leben beim Militär mag, weil es gesünder sei als Konzertauftritte, dass die Deutschen ihn kennen und seine Platten mögen, dass sie ihn in der Armee wie einen normalen Soldaten behandeln, dass er die französischen Damen bewundere, die es nie besonders eilig hätten und dass Brigitte Bardot das achte Weltwunder sei!

Auf die Frage, was er in Paris tun wolle, antwortet er, dass er in der Menge untertauchen und einfach Spaß haben wolle wie ein Kind. Die Pressekonferenz klingt im Glasüberdachten Innenhof am Springbrunnen aus. Elvis scheint mit dem Verlauf zufrieden zu sein und fährt danach in einem offenen Cadillac spazieren. Abends lässt man sich von mehr als 30 "Bluebell Girls" im "Lido" mit deren Show "Avec Plaisir!" unterhalten. Elvis darf sogar in die Garderobe der Mädels, die er später öfter nach Ende ihrer Show einlädt, das restliche Nachtleben mit ihm zu genießen. Dies endet oft im Transvestitenlokal "Le Ban Tue", wo er bis 8.00 oder 9.00 Uhr morgens bleibt. Elvis stört sich nicht an den anderen Gästen, solange diese ihn nicht stören.

Elvis, Rex Mansfield, Lamar Fike und Charle Hodge im Lido in Paris
Donnerstag 18. Juni 1959
Die amerikanische Rhythm & Blues-Sängerin "Nancy Holloway" sieht Elvis abends im Publikum bei ihrem Auftritt im "Moulin Rouge". Sie schreibt ihm in der Pause auf eine Coca-Cola-Werbekarte: "Elvis, könntest Du mir einen großen Gefallen tun und nach dem Finale schnurstracks hinter die Bühne kommen? Ich danke Dir im Voraus, Nancy Holloway." Elvis antwortet ebenfalls schriftlich auf derselben Karte: "Ich werde am hinteren Bühneneingang sein, wie Du mich gebeten hast. E.P." Nancy gesteht Elvis bei ihrem Treffen, dass sie zur Zeit oft "Fever" singe. Elvis gibt zu, dass er sich im Moment nicht groß um aktuelle Songs kümmere, aber wenn er zurück sei, werde er das Lied aufnehmen. Elvis hielt sein Wort!

Links neben Elvis Nancy Holloway
Elvis braucht aber nicht unbedingt immer Nachtclubs, um sich zu vergnügen. Eines Nachts überkommt es ihn im Taxi zwischen Eiffelturm und Place de l 'Etoile, und er beginnt, lauthals Gospels und was ihm in den Sinn kommt zu singen. Der strahlende Taxifahrer muss einige Male wenden und die gleiche Runde noch mal machen.
Freitag 19. Juni 1959
Elvis hat Anschluss bei einem der Kessler-Zwillinge gefunden; unklar bleibt, ob bei Alice oder Ellen. Jedenfalls verbringt er nach deren Auftritt im "Lido" mit einer von beiden den Rest der Nacht im "Folies-Bergeres" oder im "Carrousel", je nachdem, welches Etablissement länger geöffnet hat. Elvis pflegt in Paris bis in den späten Nachmittag zu schlafen, bestellt dann ein ausgiebiges Frühstück" auf die Suiten und macht sich für seine nächtlichen Streifzüge fertig. Dieses Ritual wiederholt sich bis zum 26. Juni.
Freitag 26. Juni 1959
Colonel Thomas Andrew Parker feiert seinen 50. Geburtstag. Vernon Presley, der seit dem 22.6. auf Stippvisite wegen seiner Heiratspläne mit "Dee Stanley" in den USA ist, vertritt Elvis auf der Geburtstagsparty in Madison/Tennessee.
Samstag 27. Juni 1959
Elvis will seinen Paris-Urlaub bis zur letzten Minute auskosten, lässt die Zugtickets verfallen und mietet auf den letzten Drücker ein Taxi nach Bad Nauheim. Glücklicher Taxichauffeur!
Montag 29. Juni 1959
Bis zum 27.7. verbringt die 15-jährige "Siegrid Schutz" aus Mainz mit ihrer Mutter einen vierwöchigen Kurlaub in Bad Nauheim. Siegrid klingelt keck an der Haustür, setzt sich unerlaubt in Elvis Auto, verfolgt Elvis und seine Kumpels zum Footballspiel bis zum (Gradierbau IV an der Schwalheimer Straße und macht so auf sich aufmerksam.

Anstatt sie auf Vernons Geheiß zur Ordnung zu rufen, fährt Elvis mit ihr auf die Party eines Armeekollegen nach Friedberg.

Es kommt zu einem Techtelmechtel zwischen beiden, jedoch wohl nicht zu Intimitäten.

Jedenfalls bringt Siegrid ein Album voll allerliebster Fotos mit nach Hause, darunter eines, das sie auf dem inzwischen rot umlackierten BMW 507 zeigt. Im Januar 1960 kommt Siegrid in den Weihnachtsferien noch einmal für eine Woche nach Nauheim.
Dienstag 30. Juni 1959
Fürr 100 000 in Schweden verkaufter EPs "King Creole, Vol. l" EPA-4319 bekommt Elvis in Bad Nauheim eine goldene Schallplatte hinter Glas überreicht. Das Goldlabel ist separat von der Goldplatte vom Firmengraveur der TELDEC in Nortorf graviert worden. Der hatte aber versehentlich "Presly", also den Namen nur mit "-y", geschrieben, was sofort reklamiert wurde. Eine neue Gravur mit "-ey" musste her, und die alte ging zurück, wurde aber nicht vernichtet, sondern 1960 auf einem zweiten Goldexemplar von "O sole Mio" angebracht. Im TELDEC Museum in Nortdorf ist sie heute im Rahmen der entsprechenden deutschen Matrixnummer zu erkennen.
Samstag 4. Juli 1959
Im Juni hat der 14-jährige Holländer "Pim Maas"
einen Rock´n´Roll Nachwuchswettbewerb gewonnen. Eerster Preis ist ein Treffen mit
seinen Vorbild.
Während des zweitägigen Besuchs mit Eltern und Manager Samuel Hemerick
singt Pim, der Klavier spielt, mit Elvis an der Gitarre in der
Unteroffizierskantine in der Kaserne. Die Beiden stimmen "Baby I Bon't Care"
und "Tutti Frutti" an, das sie sogar noch wiederholen müssen, weil die
Kameraden eine Zugabe verlangen. Zurück in der Goethestraße gibt Elvis dann noch
ein paar Gospel-Songs zum Besten, und zusammen singen beide "That's All
Right" und "Teddy Bear".

Pim lobt Elvis als einen Menschen, der sein Gegenüber nicht klein und unbedeutend erscheinen lässt. Nachdem Elvis Pim noch ein paar Ratschläge gegeben hat, wie man Platten tontechnisch am besten aufnimmt und wie man erfolgreich mit Plattenfirmen verhandelt, verlässt der holländische "Mini-Presley" sein Idol.
Dienstag 7. Juli 1959
Friedberger Bürger beobachten, wie Elvis während seiner Mittagspause in der Kaiserstraße 93-95 mit quietschenden Reifen vor dem Geschäft "Samen Herrmann" hält. Mit elegantem Schwung springt der G.I. aus seinem BMW 507 und verschwindet in dem Fachgeschäft für Gartenbedarf. Wenige Minuten später schleppt Elvis einen Motorrasenmäher die Eingangstreppe des Ladens hinunter und verstaut ihn auf dem Rücksitz. Niemand, der die Szene beobachtet hat, kann sich einen Heim darauf machen, was Elvis mit dem Mäher "Sachs Stamo 75 ccm" vorhat. Doch wenn man die Wildnis hinter dem Haus Goethestraße 14 kennt, weiß man, dass das, was die Besitzerin Frau Pieper Rasen nennt, erst einmal gestutzt werden muss, damit Elvis dort problemlos Federball und auch hin und wieder American Football spielen kann. Also macht der Rock n Roll-König, der in den Staaten reihenweise Autos verschenkte, seiner deutschen Vermieterin einen Rasenmäher zum Geschenk.
Samstag 11. Juli 1959
Entgegen der vielfach vertretenen Auffassung, Elvis habe seine private Schallplattensammlung nur mit Käufen im "PX-Store" entweder in den Ray Barracks oder in Frankfurt erweitert, muss gesagt werden, dass er sich auch von einheimischen Geschäften beliefern ließ. Meist besorgen seine Leibwächter die schwarzen Scheiben. An diesem Tag aber schaut Elvis persönlich bei "Radio Gries" in Nauheim herein, dessen Besitzer er versprochen hat, einige Poster für die Ladendekoration zu unterschreiben. RCA-Deutschland versorgte die Schallplattengeschäfte Ende der 50er Jahre mit 60 x 40 cm großen s/ w-Plakaten von Elvis sowie von "Harry Belafonte", "Glenn Miller" und "Eartha Kitt".
RCA hatte u. a. zwei Starpostkarten des Rüdel-Verlags entsprechend vergrößert und Werbung für Elvis 1. LP LPM-1254-C drucken lassen. Eines dieser Werbeposter ziert ab sofort bei "Radio Gries" ein 12 cm langes Autogramm.

Am gleichen Tag gibt Elvis noch bei "Stempel-Sternberger" einige Schriftproben für einen Unterschriftenstempel ab. Er will aber einen alten Stempel wieder verwenden und nur ergänzen lassen. Die hinterlassenen Originale zeigen "Best Wishes" und "Loving You", wovon das letztere schließlich den Torzug erhält. Gleich um die Ecke in der Parkstraße 40 befindet sich das "Zigarrenhaus Krieger", das Elvis und Vater Vernon seit ihrem Einzug in die "Villa Grunewald" allwöchentlich mit Ermuri-Zigarren und Elvis geliebten Villiger-Kiel-Tiparillos beliefert. Die Luxuszigarre im Kästchen mit Glasdeckel, den Elvis, Vernon und Lamar einem der Lehrjungen im Hotel "Grunewald" unterschrieben haben, ziert seit einigen Wochen die Schaufensterauslage.
Samstag 18. Juli 1959
In diesem Monat hat Elvis offensichtlich die Spendierhosen an, und das Verhältnis zu "Anna Maria Pieper" muss ungetrübt gewesen sein, denn Elvis hat beobachtet, wie die Vermieterin auffällig oft vor dem Wohnzimmer im Erdgeschoss zu tun hat, wenn Vater Vernon drinnen eine LP aus seiner Glenn Miller-Box spielt, die er von seinem Sohn zum Geburtstag bekommen hat. Kurzerhand trennt sich Elvis vom gleichen Exemplar aus seiner Privat Sammlung und schreibt u. a. auf die Titelseite; "Gute Unterhaltung mit einem weiteren RCA-Unterhaltungskünstler. - Ich denke an die Abende mit Mama Presley zurück". Auf das Beiheft schreibt Elvis spitzbübisch! "Viel Spaß mit Ihrem Lieblingsamerikaner." Elvis hat diese Box offensichtlich von zu Hause mitgebracht und sie dort zusammen mit seiner Mutter Gladys oft gehört, deshalb: "Remembering the evenings with Mama" Presley".
Freitag 24. Juli 1959
Eigentlich zu lange hat der Fernsehbesessene Elvis mit der Anschaffung eines Fernsehers gewartet. An diesem Wochenende wird endlich von einem Mechaniker der Frankfurter Firma "Radio & Funk" ein Philips-Gerät (damals noch mit der üblichen Glasscheibe vor der Bildröhre) angeliefert und aufgestellt. Elvis ist enttäuscht, dass Deutschland 1959 nur l Hauptprogramm zu bieten hat und lässt sich auch nicht von dem Mechaniker trösten, der ihm rät, in 10 Jahren wiederzukommen, dann sähe das anders aus (womit der gute Mann auch nur bedingt Recht hatte). Bei einer anderen Gelegenheit äußert Elvis die deutschen lebten noch hinter dem Mond. Nachdem er gemerkt hat, dass Fernsehen auf Deutsch sehr anstrengend ist vermacht er den Apparat Frau Pieper.
Freitag 31. Juli 1959
Elvis hat sich von seinem Versorgungsunteroffizier in der Kaserne aus dessen Lagerbestand zwei alte Manövertelefone mit Kupfergehäuse besorgt. Er fühlt sich bei seinen Telefongesprächen mit Freundin "Anita Wood" im Treppenhaus der Goethestraße irgendwie beobachtet und gestört. Also bittet er den Armeekumpel, ihm den Hauptanschluss im Treppenhaus und das kleine Gerät als Nebenanschluss in seinem Schlafzimmer au installieren. Von nun an hat Elvis seine Ruhe beim Telefonieren. Die kleinen Schildchen zu den Umschaltern am Hauptanschluss beschriftet Elvis selbst mit "EP" (für sein Schlafzimmer), mit "LE" (für long Distance = Ferngespräch) und "2714" (Anschluss Pieper).
August 1959
Elvis fährt mit dem BMW 507 auf den Johannisberg in Bad Nauheim. Bei einer unerfreulichen Autogrammstunde bringt er die Wirtsleute zur Verzweiflung.
Freitag 14. August 1959
Mutter Gladys' Todestag jährt sich zum ersten Mal. Es ist verständlich, dass Elvis allen Nachfragen und Mitgefühlsbekundungen dazu aus dem Weg gehen möchte. Auf einer seiner dienstlichen Erkundungsfahrten hat er den idyllischen Gederner See kennen gelernt und den Entschluss gefasst, sich etwa 2 Wochen um den Todestag herum eine kleine Auszeit zu nehmen. So fährt er entweder nach Dienstschluss die 40 Minuten von Friedberg hierher, oder verbringt auch einige Tage ganz dort.
Über vier Jahrzehnte blieb die Urlaubsbegegnung mit Elvis am Gederner See ein Familiengeheimnis, nur engsten Freunden bekannt. Am 25. Todestag des King entschloss "Rosemarie Praß" sich dazu, die alten Fotos und ihre Geschichte den vielen Elvis Fans nicht länger vorzuenthalten.

Elvis am Gederner See
Elvis wohnt im Gästehaus der Familie Finger, der er "Very Nice, Shürn" (gemeint ist schon) ins Gästebuch schreibt. Ganz aus dem Häuschen ist Elvis, als er einen weißen Messerschmitt-Kabinenroller auf dem Parkplatz entdeckt. So ein Zweisitzer, unter Oldtimer-Fans als "Schneewittchensarg bekannt, gehört sogar auch zu Elvis Wagenpark in Graceland, wie übrigens auch eine BMW Isetta („Macht hoch die Tür"). Mit der Besitzerin "Rosemarie Prass" macht sich Elvis schnell bekannt und dreht mit ihr um den See so manche Hunde. Rosemaries Familie macht einen Campingurlaub am See und Elvis ergreift kurzerhand die Gelegenheit, auf deren Zelt das größte Autogramm zu schreiben, das er je gegeben hat. Rosis Vater soll davon nicht gerade erbaut gewesen sein. An einigen Tagen wird beobachtet, wie Elvis geschminkt zum See zurückkehrt. Er hat offensichtlich zu ersten Fotositzungen für den späteren Film G. I. Blues bei Paramount in Frankfurt zur Verfügung gestanden. Hai Wallis, der für einige Wochen in Europa weilt, sind Manager Parkers Anweisungen bekannt, dass Elvis für Werbe- und Außenaufnahmen nicht zur Verfügung steht. Um Parker, der davon erfährt, zu beruhigen, überträgt Wallis ihm sämtliche Rechte an bereits gemachten Fotos.
Samstag 15. August 1959
Luftwaffenmajor "Joseph Paul Beaulieu" trifft mit seiner Frau, "Tochter Priscilla" und deren Geschwistern von der Luftwaffenbasis Bergstrom in Texas kommend in Wiesbaden ein, wo Beaulieu dem Unterstützungsgeschwader 1405 zugeteilt wird.
Montag 17. August 1959
Außenaufnahmen für Elvis ersten Film nach der Armeezeit beginnen u. a. in Wiesbaden-Biebrich, Frankfurt,
Truppenübungsplatz bei Idstein, Eltville,
Bingen, Rüdesheim und nicht zuletzt auch in Friedberg. Sogar der Rheindampfer "Bonn"
wird gechartert. Jene Begegnung gab Elvis Auftrieb für sein "Comeback"
ab März 1960.
Produzent "Hai Wallis" überwacht sie und mag enttäuscht darüber
gewesen sein, dass Manager Parker es Elvis ausdrücklich untersagt hat, dabei
mitzuwirken. Wallis werden aber von der 5. Panzerdivision Kampfpanzer des Typs
M-48 zur Verfügung gestellt und er setzt den 24-jährigen Gefreiten "T. W.
Creel" als Elvis Double ein. Mehrere Arbeitstitel zeigen, dass über den
endgültigen Titel noch nicht entschieden ist. So liest man in der Presse
"Christmas In Berlin", "Holiday In Berlin", "Operation In Berlin"
und "Dogface".
Dienstag 18. August 1959
Der Hollywood-Produzent "Hal Wallis" kommt zu Besuch nach Bad Nauheim. Er trifft sich mit Elvis, um mit ihm über die nach seiner Militärzeit geplanten Filmprojekte zu sprechen.
Der
Filmproduzent "Hal Wallis" besucht Elvis in der
Gothestraße 14 in Bad Nauheim.
Elvis
und Hal Wallis stehen neben einem Mercedes-Benz Sportwagen ( Typ: 300 SL).
Mittwoch 19. August 1959
Gegen 18.00 Uhr treffen "Thomas Georg Beyl" und sein Fotograf "Hans Jürgen Conda" zu einem sechstägigen Besuch bei Elvis ein. Beyl hat von der BRAVO-Redaktion den Auftrag, mit Elvis ausführliche Interviews zu führen und aus dem direkten Umfeld des Soldaten zu berichten. 1959/60 erscheinen Interviews und Erlebnisse in der Serie "Mein Tag wird kommen".
Elvis
begrüßt G. Thomas Beyl zum Interview. Da staunte selbst G. Thomas Beyl (links).
Elvis trägt ein Hemd mit Lochstickerei, seidig glänzende Jeans weiße
Lederstiefeletten, ein Kettchen mit Kreuz. Er kann das tragen, ohne lächerlich zu
wirken
Freitag 21. August 1959
Elvis kümmert sich etwas zu intensiv in seiner Mittagspause um zwei taubstumme Jungen aus der Friedberger Gehörlosenschule, fährt sie anschließend zurück, trifft in Friedberg mit Schuldirektor "Krummei" zusammen, spendiert diesem für eine wohltätige Verlosung eine Arbeitsjacke, die er in Petzen reißt und unterschreibt und vergisst dabei die Zeit. Bas bedeutet Strafdienst schieben: 2 Stunden nach Dienstschluss Kartoffeln schälen und den Küchenfußboden schrubben.Der österreichische Fanclub-Vorsitzende "Manfred Weinhofer" aus Graz trifft vor der Goethestraße ein, nachdem viel Korrespondenz zwischen ihm und Sekretärin Elisabeth hin und her gewechselt ist.
Samstag 22. August 1959
Wie mit Elisabeth verabredet, erscheint "Manfred Weinhofer" um 14.00 Uhr und kommt sofort mit Elvis zusammen, der wegen Nachtwache früher Dienstschluss hat. Manfred überreicht ihm die Ehrenurkunde seines steirischen Clubs nebst einer Flasche "Platscher Perle", einem Wein aus seiner Heimat. Elvis ist gerührt und ernennt Manfred zum "Best friend of Austria". Elisabeth lädt Manfred zur Nachmittagsjause am folgenden Sonntag ein.
Das
Foto zeigt Fredy und Elvis vor dem Stiegenaufgang der Villa (Goethestraße 14).
Mein Dank geht diesmal an Fredy und Reinhard aus Graz (Austria) die mir freundlicherweise das Foto zur Verfügung gestellt haben. Copyright by Fredy, alias Manfred Weinhofer.
Elvis hat "Thomas Beyl" versprochen, ein paar Gewinne für die "Tombola der Stars" in der BRAVO zu stiften und zu unterschreiben, darunter die EP "Elvis" (Best.-Nr. EPA-992) und ein graues Seidenhemd mit rotem Samtkragen und Knopfleistenbesatz.

Elvis vermag sich von diesem Lieblingshemd, das er 1958 bei seinen "Hoflieferanten", den Lansky Brothers, in Memphis gekauft hat, kaum zu trennen. Er trug es in Deutschland nicht nur bei Portraitaufnahmen in München, sondern auch gern beim Footballspielen am Gradierwerk IV.
Sonntag 23. August 1959
Gegen 15.30 Uhr ist "Manfred Weinhofer" zur Stelle. Sofort erkennt Elvis seinen besten Freund aus Österreich wieder, albert mit ihm herum und löchert ihn dann mit Fragen über sein Land, wie es in Graz aussehe und wie die Clubarbeit so ablaufe. Über Salzburg, von dem Elvis gehört hat, will er Genaueres erfahren. Auch was die Lieblingsplatte der österreichischen Fans sei, möchte Elvis wissen. Später kommen ein paar Militärkameraden zu einer kleinen Jam-Session. Manfred lauscht gebannt.
Für den Spätnachmittag hat sich einer der Söhne König "Ibn Sauds" angekündigt. Der saudische König hält sich regelmäßig in seinem Lieblingsheilbad Nauheim auf und hat im Oktober 1958 für einen Platzverweis gesorgt, als Elvis das von "Ibn Saud" gebuchte "Hilberts Parkhotel" verlassen musste. "Ibn Sauds" Sohn hat in London studiert und ist der westlichen Mentalität gegenüber sehr aufgeschlossen und einfach neugierig auf den,anderen König im Kurort. Jetzt muss Manfred wie die anderen das Haus Goethestraße verlassen, was der hohe arabische Besuch zur Auflage gemacht hat. Manfred bekommt aber vorher noch von Thomas G. Beyl den Auftrag, die Ankunft des Prinzen vor dem Haus zu fotografieren. Beyl hat seinen eigenen Fotografen "Hans Jürgen Conda" zu früh nach München zurück geschickt. Elvis ist beschämt, als ihm der dreizehnte Sohn König "Ibn Sauds" von seinen Dienern ein Gastgeschenk überreichen lässt.
Montag 24. August 1959
Vermieterin "Anna Maria Pieper" wird 55 Jahre alt. Das ist Elvis nicht entgangen, ebenso wenig dass in der Küche die neuste Errungenschaft der deutschen Hausfrau fehlt: eine Küchenmaschine. Also lässt Elvis sich von Sekretärin Elisabeth beraten und überreicht Frau Pieper die Universalmaschine "Piccolo". Das ist nicht nur ein Mixer, sondern mit ihrem Basismotor kann man auch einen Fön, ein Farbspritzgerät oder sogar einen Staubsauger antreiben. Die beiliegende rote Gebrauchsanleitung einschließlich Rezeptsammlung bekommt natürlich eine Widmung, mit der Elvis seine Freude ausdrückt, dass Frau Pieper ihm nun seinen Lieblings-Milkshake "Tutti Frutti" mixen könne. Er schließt mit den nicht ganz fehlerfreien deutschen Worten: "Alles Gute zur Geburtstag."
Freitag 28. August 1959
Elvis am Hattsteinweiher bei Usingen.
Links
neben Elvis steht übrigens Peter W. der noch viele unveröffentlichte Fotos von
Elvis in Deutschland besitzt.

Das Foto wurde von Elvis persönlich signiert
September 1959
Walter Knasmüller begegnet Elvis in Bad Nauheim. Walter Knasmüller erzählt: Es war 1959 - als ich das erste mal nach Bad Nauheim fuhr, war keinesfalls "Elvis Presley" der Anlass dafür, sonder König "Ibn Saud" von Saudi-Arabien, der dort zur Kur weilte. Ein Jahr vorher hatte ich seine Majestät in Heidelberg kennen gelernt und mit ihm im dortigen Schloß-Hotel zusammengespeist.
Elvis mit
dem Schokoladenkuchen von Walter Knasmüller (rechts).
Dienstag 8. September 1959
An diesem Tag beantwortet Lieutenant Colonel "Verne L. Bowers" von der Rechtsabteilung der US-Armee eine Anfrage des Abgeordneten "Frank Kowalski", Mitglied des US-Repräsentantenhauses, vom 26. August, ob Elvis nicht wegen vorbildlichen Verhaltens früher aus der Armee entlassen werden könne. Bowers erklärt ihm, dass es dafür keine gesetzliche Grundlage gebe. Er führt aus, dass Elvis zweijähriger Dienst offiziell am 23.3.1960 ende, er aber schon um den 3. März herum von seinem Einsatz in Übersee zurückkehren werde, um unverzüglich aus dem aktiven Dienst entlassen zu werden. Weiter erfährt der Abgeordnete, dass die US-Armee ihr Personal strikt unparteiisch behandelt und niemanden wegen seines Status als Person des öffentlichen Lebens benachteilige oder bevorzuge.
Sonntag 13. September 1959
"Priscilla Beaulieu" besucht Elvis zum ersten Mal in der Goethestraße 14 in Bad Nauheim - "Currie Grant" der Priscilla mit ihren Eltern im "Eagle Club" in Wiesbaden kennen gelernt hat, bringt die Vierzehnjährige mit in die Goethestraße um sie dort mit Elvis bekannt zu machen.

Dieser ist von der jungen Person im blau weißen Matrosenkleidchen mit weißen Söckchen sofort fasziniert und gesteht "Charlie Hodge" kurz darauf, dass sie das weibliche Wesen sei, nach dem er sein ganzen leben gesucht habe. Priscilla ist von da ab häufig in der Woche und an jedem Wochenende Elvis Gast.

Auch "Joe Esposito", der später Elvis' Privat Sekretär und Roadmanager werden wird, wird von da ab regelmäßig in der Goethestraße gesichtet.
Samstag 19. September 1959
Elvis nimmt Priscilla zum ersten Mal mit hoch in sein Schlafzimmer. Das junge Mädchen kann kaum ihre Gefühle der Eifersucht unterdrücken, als sie "Anita Woods" Briefe verstreut im Zimmer herum liegen sieht. Priscilla sind auch Pressemitteilungen bekannt, die immer noch häufig erwähnen, dass Elvis es mit seiner Freundin in Memphis ernst meine und sie nach seiner Rückkehr bald heiraten werde. Das macht die Sache für Priscilla noch schmerzlicher. Auch das Poster von "Brigitte Bardot" an der Wand, bei der Elvis während seines Paris-Besuchs unbedingt vorbei schauen wollte, beunruhigt sie. Als Priscilla den Anblick der verführerischen Blondine mit dem Schmollmund und der wilden, unordentlichen Haarmähne nicht mehr ertragen kann, schafft sie es tatsächlich, dass Elvis das Bild in den Keller verbannt.
Oktober 1959
Priscilla und Minnie Mae Presley (Elvis Oma) unterwegs beim Einkaufen in Bad Nauheim

Sonntag 18. Oktober 1959
Die Bravo Nr. 50 erscheint. Bravo für die Woche vom 18.10.1959 - 24.10.1959..

Montag 19. Oktober 1959
Die NATO-Herbstübung "Big Lift" findet auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken in der Nähe der Grenze zur Schweiz. statt. Elvis nimmt nur vorübergehend teil.
24. Oktober 1959
Elvis kommt wiederum wegen einer Halsentzündung ins Hospital nach Frankfurt. Er bleibt dort sechs Tage bis zum 29.10.1959 und wird für weitere drei Tage krankgeschrieben.
November 1959
Das Buch Elvis Presley DIE TÖNENDE STORY erscheint . Es kam bei der Süd-West Verlags- und Vertriebs GmbH München heraus und wurde geschrieben von Peter de Vecchi. Das Buch hat 93 Seiten, mehrere s/w Fotos und Zeichnungen von Ukrik Schramm. Außerdem ist noch eine mit Bild-Schallplatte mitenthalten.
.

Donnerstag 13. November 1959
Der selbsternannte südafrikanische Arzt Laurenz der Elvis zuvor mit Literatur über sich, eine überwältigenden Behandlungserfolge und seine berühmten Patienten bombardiert hat, trifft in der Goethestraße ein. Elvis hat Kontakt zu ihm aufgenommen, als er von Landaus angeblichen Erfolgen bei der Verkleinerung von Hautporen und Aknenarben gehört hat. Mehrere Wochen lang bekommt der auf sein Äußeres bedachte Elvis Gesichtspackungen und Körpermassagen. Außerdem schluckt er Vitamin- und von Landau entwickelte Gesundheitspillen. Die Behandlung findet am 24.12. ein abruptes Ende, als Elvis entdeckt zu haben glaubt, dass Landau homosexuell ist. Er lässt ihn von seinen Leibwächtern aus dem Haus werfen. Landaus Versuche, Elvis danach u. a. wegen dessen Kontakt zu der deutlich minderjährigen Priscilla zu erpressen, bleiben letztlich erfolglos.
Sonntag 6. Dezember 1959
Elvis beginnt mit Karatestunden bei "Jürgen Seydel" (damals 42 Jahre alt), dem „Vater des deutschen Karate. Elvis interessiert sich für den Sport, nachdem er einen Zeitschriftartikel über einen gewissen "Hank Slamansky" gelesen hat. Der ehemalige Marineangehörige hatte den Sport zum ersten Mal im amerikanischen Militärdienst eingeführt. Elvis und Seydel trainieren ab sofort bis zum Ende des Deutschlandaufenthalts zweimal wöchentlich zunächst in Seydels Wohnung in Bad Homburg, später in Frau Piepers Wohnzimmer in Bad Nauheim, wobei der Teppich immer aufgerollt wird. Mit von der Partie bei den Übungsstunden ist "Rex Mansfield". Am Ende der Ausbildung stellt Seydel Elvis am 1. März 1960 ein Zeugnis aus, das u. a. zum Inhalt hat, dass Elvis überdurchschnittliche Leistungen und die weitgehende Erfassung der Grundsätze des Budo ihn veranlassen, Elvis vorzeitig den 3. Kyu Karate zuzusprechen.
Die Bravo Nr. 49 erscheint. Bravo für die Woche vom 06.12.1959 - 12.12.1959. Mit Bravo Nr. 49 von 1959 bis Bravo Nr. 9 von 1960 ; schildert Bravo Korrespondent "G. Thomas Beyl" in 13 Heften eine einzigartige Story "Mein Tag wird kommen" über den KING! Zu Besuch in Bad Nauheim, Goethestraße14, über etliche Tage und Stunden mit tollen Fotos und eine Menge Hintergrundinformationen direkt von Elvis erzählt.

Sonntag 13. Dezember 1959
Die Bravo Nr. 50 erscheint. Bravo für die Woche vom 13.12.1959 - 19.12.1959. Bericht: Mein Tag wird kommen.







Samstag 19. Dezember 1959
In der Bad Nauheimer Turnhalle findet eine Party statt. Elvis wird eingeladen und nimmt mit Begeisterung an der Veranstaltung teil. Es ist eine Weihnachtsparty, und alle Gäste einschließlich der höheren Offiziere kommen in Zivilkleidung.
Große
Weihnachtsparty mit Elvis Vorgesetzten in Zivilkleidung
Sonntag 20. Dezember 1959
Die Bravo Nr. 51 erscheint. Bravo für die Woche vom 20.12.1959 - 26.12.1959. Bericht: Mein Tag wird kommen.

Elvis ist glücklich über die Anhängerschaft seiner Fans in Deutschland, wenn sie sich so nett benehmen wie dieses junge Mädchen. nur einmal war er sauer, als ihn zwei Mädchen aus Frankfurt regelrecht in ihrem Auto entführten.




Montag 21. Dezember 1959
Mit einem beachtlichen Geldbetrag unterstützt Elvis die Insassen des Landesjugendheims im Landkreis Friedberg.
Freitag 25. Dezember 1959, 1 Weihnachtsfeiertag
Elvis' letztes Weihnachtsfest in der Wetterau. Er gibt eine Party in der Goethestraße. Unter den Gästen sind auch Priscilla Beaulieu, außerdem die Freunde des Vaters Dee und Bill Stanley. Elvis missbilligt jedoch die Beziehung seines Vaters zu Dee Stanley, da sie verheiratet ist und drei Kinder hat.
Sonntag 27. Dezember 1959
Die Bravo Nr. 52 erscheint. Bravo für die Woche vom 27.12.1959 - 02.01.1960. Bericht: Mein Tag wird kommen.

Elvis Starschnitt. Es handelt sich hier um den vierten Starschnitt von der Zeitschrift Bravo. Der King of Rock'n'Roll bekam zweimal einen Platz unter den Starschnitten: Mit der Ausgabe Nr.52 von 1959 startete Bravo den ersten Elvis Starschnitt in schwarz/weiß. 1978, nach seinem Tod, kam der zweite Elvis Starschnitt als gezeichnetes Abbild in Farbe, siehe unten.
Bravos:
1959-52 Teil1, 1960-1 Teil2; 1960-2 Teil3, 1960-3 Teil4, 1960-4 Teil5, 1960-5
Teil6, 1960-6 Teil7, 1960-7 Teil8, 1960-8 Teil9, 1960-9, Teil10, 1960-10 Teil11,
1960-11 Teil12, 1960-12 Teil 13, 1960-13 Teil 14, 1960-15 Teil 16, 1960-16
Teil17, 1960-17 Teil18, 1960-18 Teil19, 1960-19 Teil20, 1960-20 Teil21, 1960-21
Teil22 und 1960-22 Teil23.
Der eifrige Fan und Sammler musste 23 Ausgaben -beinahe ein halbes Jahr- ausharren, um die Goldkehle aus Memphis, Tennesie zusammen zu bekommen! Typisch für diese BRAVO-Epoche war auch der farbige Hintergrund der Starschnitt-Seiten.
Bravos:
1978-4 Teil1+2, 1978-5 Teile 3+4, 1978-6 Teile 5+6, 1978-7 Teile 7+8, 1978-8
Teile 9-11, 1978-9 Teile 12+13, 1978-10 Teile 14+15, 1978-11 Teile 16+17,
1978-12/13 Teile 18-21 und 1978-14/15 Teile 22-24.
Nach Bruce Lee der zweite, der nach seinem Tod Starschnitt wurde. Er basiert auf dem 1959/60 bereits erschienenen. Der King of Rock'n'Roll lebt in den Herzen der Fans weiter ...
Donnerstag 31. Dezember 1959, Sivester
In einem Telegramm an Tom Parker macht Elvis deutlich, dass er bei seiner Rückkehr nach Memphis kein Aufsehen und keine Sonderveranstaltung haben möchte. Der Anblick seiner Heimatstadt, seines Hauses, seiner Familie, Freunde und Fans seien ihm genug Anlass zur Freude, wofür er alle, die es anders sollen, um Verständnis bittet.